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Was ist heute Links: Essay von Erhard Eppler beim Deutschlandfunk

Was ist heute Links:
Essay von Erhard Eppler beim Deutschlandfunk:



Meine Mutter machte mich Sonntag ein Essay von Erhard Eppler als Mp3-File - Eppler´s Webseite, Informationen über Ihn bei Wikipedia - beim Deutschlandfunk aufmerksam.

Eppler´s Essay "Was ist heute Links" trifft uns Sozialdemokraten im Kern, offenbart unser momentan Dilema: wir stehen genau vor dieser großen Frage. Der 80jährige Sozialdemokrat Eppler liefert uns, wie erwartet keine Lösungen aber er bietet uns gute Denkansätze und Überlegungen, was es im neuen Jahrtausend, im 21.ten Jahrhundert bedeutet Links zu sein und warauf wir achten müssen, wenn wir nicht wollen, dass es zukünftig wirklich den Marktstaat gibt, wie es große Teil der Union und der FDP wollen.

Auch wenn Eppler es in dem Essay nicht explizit sagt, so ist meiner Meinung doch klar, dass auch er gegen die Große Koalition ist. Auch ich kann immer weniger mit der Großen Koalition anfangen. Zuerst war ich ja der Meingung, dass wir Sozialdemokraten lieber mitregieren sollten, als in der Opposition hilflos zusehen, wie Mist gemacht wird. Ich wollte aber nicht, dass wir Sozialdemokraten eifrig dabei helfen, dass großer Mist verzapft wird: denn was uns an der Basis schon lange klar ist, kommt anscheinend bei unserer Parteispitze gar nicht mehr an: Hartz4 war und ist der größte Unfug den wir Sozialdemokraten zu verantworten haben. Jedesmal wenn ich diesen Scheiss von "Fördern und Fordern " höre, kommt mir die Galle hoch. Denn es wird in Wahrheit immer nur das "Fordern" praktiziert und das "Fördern" bleibt auf der Strecke =(

Die Politiker, allen voran die jeweiligen Landeschefs, überschlagen sich lieber dabei, der Großindustrie wohin zu kriechen, statt dem "kleinen Mann" wirklich zu helfen, der weder ein noch aus weiss =( Ja es gibt hier in Deutschland Sozialschmarotzer und zwar in den Chefetagen der Großkonzerne, die Tausende entlassen und Milliarden Gewinne machen. Aber was tuen die Politiker (in den Parteivorständen) dagegen? Absolut überhaupt nix =( Im Gegenteil sie stecken diesen Konzernen noch mehr Geld in den Hintern und wundert sich darüber, dass immer Menschen von den Politikern enttäuscht nur einen Ausweg darin sehen, dass sie nicht mehr wählen gehen. Und wir von den Parteibasen sollen dann vorallem im Wahlkampf den Mist ausbaden, denn die Vorstände verzapft haben =/ Für wie bescheuert hält uns an der Basis eigentlich der Parteivorstand? =-oo Was ich mich spätestens seit dem zweiten Jahr Schröder gefragt habe, war, warum wir uns von der Basis eigentlich allen Scheiss gefallen lassen, anstatt unserer parteipolitischen Rechte in Anspruch zu nehmen? =-oo

Nun sind die Basta-Jahre vorbei aber noch immer rührt sich nix wirklich in unserer Partei. Die Grundsatzdebatte ist meiner Meinung nach jetzt schon eine Farce, weil sie nicht von der Basis aus angestossen wurde, sondern von der Parteispitze: wir von der Basis dürfen gnädigerweise ein paar Themen bearbeiten, die dann auch eventuell von der Parteispitze gehört werden =(

Was ich erwarte ist, dass es in der SPD endlich gelebte Basisdemokratie gibt, wo sich die Basis ihrer politischen Macht und vorallem Verantwortung bewusst ist und diese auch konsequent einfordert und nicht, weil wir gerade an Regierung sind, den sprichwörtlichen Schwanz einkneift.

Ich bin nicht in eine Partei eingetreten, um tumber Parteisoldat zu sein, sondern um was zu bewegen, auch wenn dieses nur vor Ort ist. In den letzten Jahren haben wir Mitglieder der Ortsvereine viel zurückstecken müssen: niemand wollte ja den Wahlkampf gefährden. Hätten wir doch früher unsere Klappe aufgemacht. Okay, wir hätten dann wahrscheinlich früher die Wahlen verloren, dafür hätten wir uns aber nicht so
verbogen, wie wir es in den letzten Jahren gemacht haben, was viele aus der Partei getrieben hat.

Ich wünsche mir eine moderne Sozialdemokratie. Aber damit meine ich keine neoliberale Sozialdemokratie, wie sie nun die Union versucht vorzuleben, sondern eine in der sich die linken Werte, wie sie Genosse Eppler so treffend beschreibt, wiederfinden.


Sozial


Politisch


Demokratisch

20.9.06 17:28
 


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